Die ersten Versuche

Los geht’s!

Die ersten Züge an einer E-Zigarette

…beschreibt jeder anders und hängen von vielem ab. Es empfiehlt sich, zunächst ein leichtes bis mittleres Gerät zu probieren und zu stärkeren Geräten umzusteigen, wenn das Gefühl unbefriedigend bleibt. Dazu ein entspanntes Aroma (wer unbedingt mit “Roasted Bacon” – Aroma anfangen will, sollte das tun, ich rate zu sanften Fruchtaromen wie Erbeere oder Kirsche) und falls gewünscht, eine Nikotinkonzentration im unteren bis mittleren Bereich. Welche Nikotinkonzentration brauche ich?
Sollte das Ergebnis unbefriedigend sein, lässt sich bei Bedarf alles langsam steigern.

Vor dem ersten Zug

Der “Zug” an einer E-Zigarette unterscheidet sich deutlich vom Zug an einer Tabakzigarette. Bei der Tabakzigarette wird durch das Ansaugen die Verbrennung an der Spitze geschürt, der entstehende Rauch muss dann noch durch die Zigarette gezogen werden, um ihn einatmen zu können. Bei einer E-Zigarette wird eine Flüssigkeit (Liquid) mit Strom erhitzt und dadurch verdampft. Der Dampf entsteht damit von selbst und kann direkt und sanft eingeatmet (oder in den Mund gesogen) werden. Ein Unterdruck wie beim “Saugen” an einer Tabakigarette ist daher nicht nötig und kann sogar etwas Liquid unverdampft mit in den Mund ziehen (Liquidtropfen im Mund sind unangenehem, sollten schnell ausgespuckt und eventuell mit etwas Wasser ausgespült werden, gefährlich ist das jedoch nicht). Manche E-Zigaretten verlangen einen leichten Zug, das hängt von der Bauart ab:

Es gibt zwei grundsätzliche Bauarten der Geräte: automatisch und manuell.

Automatische Geräte ahmen das Rauchverhalten an der Tabakzigarette nach: durch einen leichten Zug wird die Brenneinheit aktiviert und erhitzt das Liquid. Mit ein wenig Übung erlernt man den richtigen Zug, der insgesamt weniger stark als der Zug an einer Tabakzigarette ist. Am Anfang können jedoch frustrierende Erlebnisse stehen: zu festes Saugen kann die Brenneinheit überlasten, was zu einem verbrannten Geschmack führt, oder unverdampftes Liquid mitziehen. Zieht man zu wenig, kommt nicht viel und es entsteht ein unbefriedigendes Gefühl.
Anfängern rate ich daher zu manuellen Geräten.  Manuelle Geräte haben einen Knopf, der die Brenneinheit aktiviert und dadurch den Dampf erzeugt. Der Dampf kann dann locker “abgeschlürft” werden  und je nach Vorlieben in den Mund eingelassen und dann inhaliert (“Backendampfen”) oder direkt in die Lunge inhaliert werden (“Lungendampfen”). Bei einem manuellen Gerät kann man zudem auch ohne Beheizen zwischen den Zügen ab und zu Luft durchziehen, um Dampfreste abzuziehen, die sonst kleine Tröpfchen im Gerät bilden können.

Gerade bei stiftförmigen oder länglichen Geräten stellt sich bisweilen die Frage: an welchem Ende ziehe ich eigentlich?  Jede E-Zigarette hat an einem Ende eine Öffnung, meistens mit einem kleinen rohrförmigen Mundstück, das an den Mund geführt wird. Bei einem manuellen Gerät greift man das Gerät mit der Hand, legt einen Finger an den Knopf und nimmt man das Mundstück zwischen die Lippen. Dann den Knopf drücken, sanft einatmen und den Knopf wieder loslassen. Ausatmen nicht vergessen.

Wie fühlt sich das an?

Häufig gibt es zwei verschiedene Reaktionen – entweder das Gerät ist sehr leicht und wer Tabakzigaretten gewöhnt ist, wird feststellen: ich merke kaum was. Oder das Gerät ist eher mittelstark bis stark, dann ist die erste Reaktion fast immer: Husten.

Obwohl der Dampf keine Verbrennungsprodukte enthält und daher wesentlich weniger reizend ist als heißer Tabakrauch, ist das Einatmen des meist nur mäßig warmen bis kühlen Dampfes zunächst einfach ungewohnt. Der Hustenreiz lässt sich vergleichen mit dem Gefühl, einen sehr feuchten Raum – etwa ein Badezimmer kurz nach dem Duschen – zu betreten. Der nächste Zug ist in der Regel angenehmer.

Dann kann die Zugdauer und die Tiefe der Inhalation variiert werden.

Das Gerät produziert Dampf, solange der Knopf gedrückt wird. Wird der Knopf kürzer gedrückt, entsteht insgesamt weniger Dampf. Mit ein wenig Experimentieren lässt sich die optimale Dampfmenge mit der Dauer des Knopfdrucks und des Zuges herausfinden.
Manche Geräte eignen sich eher für die direkte Inhalation in die Lunge (“Lungendampfen”) manche eher für den Zug in den Mund (“Backendampfen”), der dann je nach Vorliebe in die Lunge inhaliert werden kann. Meist geht aber an allen Geräten beides: Zieht man den Dampf zunächst in den Mund, lässt sich besser steuern, wie schnell und wie viel man inhaliert. Es lohnt sich also auch hier zu experimentieren, wie und wohin man den Dampf wie schnell atmet.

Auf keinen Fall sollte der Dampf verbrannt, kokelig oder beißend schmecken, dann ist etwas schief gegangen. Lösungtipps gibt’s hier.

Geräusche

Jede E-Zigarette gibt beim Betrieb ein leises Knistern von sich, bei größeren Geräten kann es auch schon ein leicht fauchendes bis laut knisterndes Geräusch sein. Das Geräusch ist ganz normal und entsteht beim Verdampfen des Liquids. Jede E-Zigarette hat zudem eine Luftöffnung, durch die ein Luftstrom durch den Verdampfer zum Mundstück führt. Das führt beim Zug zu einem leicht pfeifendem Geräusch. Ausser bei richtig großen Geräten bleibt der Gesamtsound aber auf jeden Fall unter Zimmerlautstärke 🙂

Nikotinaufnahme

Wer vom Rauchen auf das Dampfen von nikotinhaltigen Liquids umsteigt, sollte sich zunächst stressfrei (und das heißt: ohne Schmacht) mit der Bedienung der E-Zigarette vertraut machen. Dann lohnt es sich, mit dem aufkommenden Rauchverlangen zu experimentieren.

Das Nikotin kommt langsam

Dabei kommt es nach 1-2 Zügen häufig zunächst zu einer Enttäuschung – das Verlangen nach Nikotin ist nicht gestillt, die Lust auf eine “richtige” Zigarette ungebremst. Das liegt an einem einfachen Grund: Die Nikotinaufnahme mit der E-Zigarette erfolgt wesentlich langsamer als bei der Tabakzigarette. Während hier oft schon der erste Zug ausreicht, um das Gehirn sofort mit Nikotin zu fluten, macht sich das Nikotin aus der E-Zigarette oft erst nach 1-2 Minuten bemerkbar.

Wichtig ist, sich diese Zeit zu geben und nicht direkt wieder zur Tabakzigarette zu greifen. Dabei kann immer wieder mit kleineren Pausen an der E-Zigarette gezogen werden, um sich zu beschäftigen, es empfiehlt sich jedoch, nicht ununterbrochen an der E-Zigarette zu ziehen, da sich bei Einsetzen der Wirkung sonst eine leichte Überdosis einstellen kann.

Spätestens nach 2-3 Minuten sollte sich eine fühlbare Befriedigung des Rauchverlangens einstellen. Jetzt kann man noch – langsam und mit etwas Abstand dazwischen – ein paar Züge nehmen, und wenn sich das Gefühl einstellt, keine Tabakzigarette mehr zu wollen, das dampfen einstellen.

Die Lust auf eine Tabakzigarette hört nicht auf

Zu Beginn gelingt das jedoch oft noch nicht: der vertraute “Geruch” der Zigarette fehlt, im Mund ist kein Nachgeschmack, die Hände sehnen sich nach der vertrauten Kippe – und viele legen die E-Zigarette jetzt weg und rauchen eine Tabakzigarette, obwohl es nicht mehr “wirklich nötig” wäre. Das ist okay! Rauchen ist neben der Nikotinabhängigkeit eben auch ein oft jahrelang geübtes Ritual, dass sich nicht von heute auf morgen abstellen lässt. Obendrein enthalten Tabakzigaretten eine oft undurchschaubare Mischung an Zusatzstoffen, deren Fehlen sich auch bei der fortgesetzten Aufnahme von Nikotin bemerkbar macht. Hier lohnt es sich, bei aufkommendem Schmacht immer wieder zu versuchen, das Verlangen zunächst mit der E-Zigarette zu stillen. Dazu kann man sich eine Tasse Kaffee oder Tee zu gönnen, um die Wartezeit zu überbrücken. Sollte sich gar kein Befriedigungsgefühl einstellen, lohnt es sich, eine höhere Nikotinkonzentration auszuprobieren.

Das “Dauerdampfen”

Viele stellen auch fest, dass sie einfach immer weiter dampfen könnten – es schmeckt gut, stinkt nicht, tut nicht weh, und wenn die Nikotinkonzentration nicht sehr hoch ist, stellen sich auch keine Symptome wie Übelkeit oder Atemnot ein, die man von zu viel Rauchen bekommt. Ein richtiges “Ende” wie bei der Tabakzigarette gibt es auch nicht, wodurch die Zeit, während der man pafft, nicht so portioniert ist wie bei der Tabakzigarette. In den ersten paar Tagen ist Dauerdampfen völlig normal: man hat Freude an der neuen Anschaffung, ist räumlich weniger eingeschränkt, was die Rauchentwicklung und den Gestank angeht und experimentiert noch viel herum. Auf Dauer sollte man die E-Zigarette jedoch immer wieder auch gezielt weglegen. Sich bewusst zu machen, ob man gerade wirklich Nikotinverlangen hat oder nur zum Spaß pafft, hilft dabei.