Liquids zum Einstieg

Liquids

Einmal “normales” Liquid, bitte

Das Schöne am Dampfen ist die Wahlfreiheit bei der Zusammenstellung der Grundbestandteile des E-Liquids:

  • Propylenglykol (PG)
  • Glyzerin (VG)
  • Wasser
  • Aroma
  • Nikotin

Fertig gemischtes Liquid ist nur in 10ml Fläschchen erhältlich und auf Dauer relativ teuer. Günstiger ist es, das Liquid selbst zu mischen. Für den Einstieg empfiehlt sich jedoch erstmal eine fertige Mischung “mit allem”.

Worauf muss man achten?

Manche Hersteller geben nur die Aromasorte und den Nikotingehalt, aber keine  genauen Mischverhältnisse der Grundsubstanzen an: auf der Packung steht dann nur PG/VG, oder “normal”. Üblich sind hier Verhältnisse von 50/50 (PG/VG) oder etwas mehr PG (z.B. 55 % PG, 35 % VG und 10 % Wasser) bis etwa 65% PG.

Das Propylenglykol (PG) ist die Trägerflüssigkeit für Aromen und Nikotin und gibt das “Gefühl” beim Inhalieren. Propylenglykol an sich ist weitgehend geschmacklos.

Das Glyzerin (VG) sorgt für einen stabilen Dampf mit Fülle und einer gewissen “Wattigkeit”. Glyzerin schmeckt leicht süß.

Wasser (bis etwa 10%) verdünnt das Liquid und sorgt für guten Liquidnachfluss.

Liquids mit PG/VG-Mischungen eignen sich für alle Geräte und sind am häufigsten auch unterwegs erhältlich. Als “Base” erhält man Liquid auch ohne Aroma, PG/VG-Mischungen schmecken an sich zurückhaltend süßlich und lassen sich auch pur dampfen. Fertige Liquids werden meist in kleinen Plastikflaschen mit 10ml Inhalt und einer Tropfspitze verkauft.

Mehr zur Nikotinkonzentration

Aromen zum Einstieg

Beim Aroma geht’s erstmal ganz nach den eigenen Vorlieben, und da hilft nur ausprobieren. Wenn man noch keine Vorstellung hat, was man mögen könnte, lohnt sich die altbewährte “Wähle 3”-Methode: Man holt oder bestellt sich erstmal 3 Liquids mit recht verschiedenen Aromen und testet diese über einen Zeitraum von einer Woche. Vom ersten Zug bis nach einer kurzen Gewöhnungsphase verändern sich die Aromen in der Wahrnehmung auch noch oft recht stark. Es lohnt sich häufig, eine Geschmackssorte später auch einmal von einem anderen Hersteller zu probieren, hier gibt es oft unter der selben Bezeichnung sehr große Unterschiede.

Wie ein Liquid schmeckt und “kommt” (in Bezug auf das Gefühl beim Inhalieren) hängt sehr stark vom benutzten Gerät ab. Manche Liquids sind super für ein bestimmtes Gerät, in anderen schmecken sie zu schwach oder zu intensiv. Wer mehrere Geräte hat (oder ausprobieren kann), sollte ein Aroma, das nicht gleich zufrieden stellt, auch mal in einem anderen Gerät probieren.

Ich würde Aromen grob in folgende Gruppen unterteilen:

Tabak/Zigarre

Der Versuch, ein Aroma zu finden, das möglichst nahe am Rauch der Tabak-Zigarette ist, schlägt meist fehl – dem Dampf hat nicht das “Beißende” des Tabakrauchs, und der verbrannte Geruch fehlt. Das Aroma “Tabak” (es gibt auch eine ganze Palette von Tabaksorten als Aroma) bezieht sich eher auf den Geruch, den unverbrannter Tabak hat – je nach Hersteller lässt sich das mit würzig, teeartig, manchmal auch mit leicht bitter beschreiben. Zigarren-Aromen haben oft eine heftig süße Beigabe, etwa Vanille (je nach eigenen Vorlieben darauf achten!), das Grundaroma ist holzig bis leicht bitter. In Kombination mit “Smoked”-Aroma (leicht holzige Bitterkeit) lassen sich hier Aromen erzielen, die in Richtung Tabak-Zigarettenrauch gehen. Viele sind damit aber eher unzufrieden und beschreiben den Geschmack beim ersten Ausprobieren von undefinierbar, kratzig bis eklig bitter (manche kommen aber auch später wieder drauf).

Fruchtiges

Womöglich die breiteste Palette unter den Aromen – von Apfel, Birne, Erdbeere bis zu tropischen Früchte, von der Blaubeere über die Wassermelone bis zum Fruchtmix gibt es unzählige Fruchtaromen. Aber sie eignen sich gut zum Einstieg: An Fruchtaromen ist man durch Joghurts und Süßigkeiten gewöhnt, viele Frucht-Aromen sind daher ein einfach zu genießen. Sorten variieren auch hier sehr stark – wer “Apfel” von einem Hersteller nicht mag, kann ein anderes Apfel-Aroma lieben.

Saures

Saure Früchte sowie Cola geben etwas mehr “Kick”: ein saurer Beerenmix oder knackig süß-saure Zitrone machen sich nicht nur auf der Zunge sondern auch etwas im Hals bemerkbar.

Süßigkeiten/Süßspeisen

Auch hier gibt es eine große Auswahl, für die man es bisweilen auch sehr süß mögen sollte: Vanille, Honig, Zuckerwatte, Erdnussbutter, Vanillekipferl oder Pudding schmecken meist genau so, wie sie heißen – nach richtig süßen Sachen. Bei Schokoladen- und Cappuccino-Aromen gibt es eher süße, aber auch etwas kräftigere und herbere Versionen, die aber insgesamt eher mild sind.

Würziges

Liquids mit VG haben einen leicht süßlichen Eigengeschmack, daher geht die Geschmackspalette generell ins Süße. Aromen wie dunkle Schokolade, schwarzer Kaffee oder schwarzer Tee gehen ein bisschen weg vom Süßen, “Marihuana” – Aromen machen zwar nicht high, schmecken dafür aber nach herben Kräutern oder Pfeffer. Würzige Süße bieten Kardamom, Ahornsirup, Spekulatius, Zimt oder Anis, die Würze macht sich insgesamt auch etwas im Hals bemerkbar.

… und Menthol (Minze, Eukalyptus…)

Ich sage es gleich – ich bin kein Fan von Menthol, es schmeckt mir als Dampf zu “medizinisch”. Viele genießen es aber sehr: pures Menthol-Liquid hat eine sehr auffrischende Wirkung, als Beigabe (viele Hersteller bieten Aroma-Mischungen mit einem Schuss Menthol an, wer das mag, kann auch selber ein paar wenige Tropfen Menthol-Liquid in seine anderen Liquids geben) ist es milder und wirkt als frischer Abgang. Ausprobieren!

Alle genannten Aromen sind immer nur Beispiele, die Auswahl ist sehr groß. Neben den genannten Aromagruppen gibt es noch eine ganze Reihe von Aromen, die sich nicht ganz in die Gruppen einordnen lassen – “Tomate” und “Gurke” sind hier noch vergleichsweise harmlos (ein wenig fruchtig, aber weniger süß), an das Fläschchen “Gouda”, dass ich mir mal zum Spaß gekauft habe, habe ich mich bis heute noch nicht getraut. Was war euer verrücktestes Aroma?

Andere Liquidsorten

Alle Liquids bestehen aus den gleichen Grundbestandteilen, die nur variiert werden und das Gefühl im Hals sowie die Stärke des Aromas verändern können.

Liquids mit mehr PG (ab 80% und mehr) sorgen für ein stärkeres Gefühl im Hals beim Inhalieren (“Throat Hit”) und intensivere Aromen, sie werden bisweilen unter Bezeichnungen wie “Ice” oder “Flavour” angeboten. Mehr VG (ab 60% und mehr) sorgt für wattigeren, sanften Dampf mit zurückhaltendem Aroma, Bezeichnungen lauten manchmal “Smooth” oder “Velvet”. Jedes Gerät kann mit PG-lastigem Liquid betrieben werden, bei hohem VG-Anteil sollte geprüft werden, ob das Gerät den Liquidnachfluss für diese etwas dickflüssigere Trägerflüssigkeit gewährleisten kann.

Sind Liquids gesundheitsschädlich?

Die Inhaltsstoffe Propylenglykol (auch: 1,2-Propandiol, Propandiol) und Glycerin gelten als gesundheitlich unbedenklich und sind seit Langem als Zusätze für Lebensmittel und Kosmetika zugelassen (genaue Spezifikationen hier: Propylenglykol, Glycerin ). Propylenglykol wird auch für die Herstellung von Theater/Diskonebel eingesetzt. Es gbt bekannte Allergien gegen Propylenglykol, sollte man davon betroffen sein, müsste man das bereits im Partynebel bemerkt haben – durch tränende Augen, Hautreizungen und -rötungen sowie starken Juckreiz und Atembeschwerden. Wer von einer PG-Allergie betroffen ist, kann es mit Liquids auf VG-Basis versuchen.

Unaghängig von Allergien gibt es Berichte von Atemwegsreizungen, trockenen Augen und chronischem Hustenreiz bei Berufsgruppen, die häufig und dauerhaft dem Dampf aus Nebelmaschinen ausgesetzt sind. Es ist aber davon auszugehen, dass hierzu viel höhere Belastungen als beim durchschnittlichen E-Zigaretten-Dampfen nötig sind. Insgesamt sind die Auswirkungen des Dampfens bislang noch nicht ausreichend erforscht – im Gegensatz zum Tabakrauchen: hier gibt es belastbare Langzeitstudien, die belegen, das Tabakrauchen neben einer Reihe beeinträchtigender Nebenwirkungen zu einer verkürzten Lebenswerwartung führt. In Großbritannien, wo die E-Zigarette schon länger verbreitet ist, wird der Umstieg vom Tabakrauchen aufs Dampfen bereits von der staatlichen Gesundheitsfürsorge empfohlen.  Eine große Überblicksstudie kommt zu der Einschätzung, dass das Dampfen mindestens 95% weniger schädlich als das Rauchen ist.

Und wie geht’s mir?

Prima – seitdem ich keinen Rauch mehr einatme, wird morgens nicht mehr gehustet, das Atmen fällt leichter, der Geruchs- und Geschmackssinn funktionieren wesentlich besser und ich rieche selbst nicht mehr nach Rauch. Nach einer langen Nacht mit viel Dampf fühlen sich die Augen und der Hals manchmal etwas trocken an – hier hilft ein Glas Wasser und ein bisschen Blinzeln an frischer Luft.

Wieviel Liquid brauche ich am Tag?

Wieviel Liquid am Tag verbraucht wird, hängt von den persönlichen Vorlieben und den benutzten Geräten ab. Bei einer ganztägigen Benutzung etwa alle 1-2 Stunden bei einem mittleren Gerät ist von einem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 3-4 ml Liquid am Tag auszugehen. Große Geräte bringen am Tag eher 5-10ml durch. Jeder muss hier seine eigene Risikoeinschätzung vornehmen: um Schleimhäute und Lungengewebe nicht zu sehr auszutrocknen, rate ich zu einer Höchstmenge von etwa 5ml am Tag.

Wie lange ist Liquid haltbar?

Liquids sollten grundsätzlich im Dunkeln gelagert werden und keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Die meisten in Deutschland erhältlichen Liquids haben mittlerweile ein aufgedrucktes Mindesthaltbarkeitsdatum von etwa 1-2 Jahren, dass sich auf die zugesichert gleichbleibende Qualität des Inhalts bei ungeöffneter Originalverpackung und geeigneten Lagerbedingungen bezieht.
Bei geöffneten Liquids zersetzt sich zunächst das Aroma. Durchschnittswerte liegen bei der unbeeinträchtigten Haltbarkeit der Aromen von etwa einem halben Jahr, dann schwindet das Aroma oder kann sich verändern.
In Propylenglykol (PG) können sich Bakterien nicht vermehren, in Glyzerin (VG) hingegen schon, beide Flüssigkeiten ziehen zudem Wasser an und können bei Luftkontakt verwässern. Geöffnete Liquids sollten daher nach Gebrauch immer gut verschlossen werden, von Bakterien und Pilzsporen fern gehalten werden (nicht mit den Händen die Tröpfler berühren) und im Dunkeln bei maximal 20 Grad aufbewahrt werden. Die Lagerung im Kühlschrank vermindert mögliches Bakterienwachstum zusätzlich. Sollten sich Trübungen oder Klümpchen im Liquid bilden, sollte das Liquid im Hausmüll entsorgt werden. Es gibt noch keine gesicherten Studien zur längstmöglichen Haltbarkeit von Liquid, unter guten und sauberen Lagerbedingungen ist auch für Vorsichtige von ca. einem Jahr auszugehen.

Loslegen! So funktioniert das Dampfen.