Liquids

Soooo viele Möglichkeiten…

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Am Anfang lässt sich schwer einschätzen, welche Liquid-Aromen man mag, und dann verändert sich der Geschmack auch noch abhängig vom benutzten Gerät, der Nutzungsdauer und der Gesamtgewöhnung ans Vapen.

Eine Übersicht zu Liquids für Einsteiger gibt es hier.

Nach den ersten Versuchen mit Fertigliquids kann man sich an langfristigere Lösungen wagen:

Viele Seiten – darunter auch meine absolute Topempfehlung für aromatische, anspruchsvolle aber doch nicht zu abgehobene Liquids: FreakyAlly – bieten sowohl fertige Liquidmischungen als auch Aromen und Basisliquids (ohne Geschmack) zum Selbermischen an. Zum Ausprobieren lohnt es sich, verschiedene Liquids (um 5€ pro 10ml) oder Probiersets (4€ für 5x 1ml) zu bestellen und vielleicht mit anderen Einsteigern zu teilen, bis man gefunden hat, was einem schmeckt. Fertiges Liquid kommt bei rund 5€ pro 10ml auf Dauer sehr teuer.

Daher kann man auch auf Aromen (5€ für 10ml) umsteigen und diese selbst mit Basisliquid anmischen, das spart viel Geld. Seit der Umsetzung der neuen EU-Tabakrichtlinie dürfen Liquids mit Nikotingehalt nur noch in maximal 10ml-Portionen abgegeben werden. Internethändler wie Ladengeschäfte bieten daher größere Flaschen mit nikotinfreiem Liquid an, in das dann eine gewisse Menge “Nikotinshots” gegeben wird (10ml-Fläschen mit der maximal erlaubten Nikotindosis von 20mg/ml). Die meisten Geschäfte bieten eine Umrechnungstabelle für die benötigte Menge von Ausgangsliquid und Nikotinshots für die gewünschte Menge und Konzentration nikotinhaltigen Liquids an, im Zweifel kann man auch nachfragen. Preislich lohnt sich das nach wie vor, auch wenn nun eine größere Anzahl von kleinen Fläschchen erstmal in einen größeren Behälter umgefüllt werden muss. Kleiner Tipp: Der “Tröpfler” (das kleine Plastikteil auf dem Hals der kleinen Fläschchen, das eine tropfengenaue Dosierung erlaubt) lässt sich meist leicht  von der Flasche abziehen (ggf. mit einem kleinen Messer nachhelfen), dann lassen sich die kleinen “Shots” schneller umfüllen.

Bildbeispiel: Große Flasche Basisliquid mit Nikotinshots zum Einfüllen. Je nach Konzentration eignen sich die großen Flaschen mit nikotinfreiem Liquid gleich zum Einfüllen der Shots, eventuell sollte noch eine größere Flasche zum Mischen dazu gekauft werden.

10ml Aroma reichen je nach Konzentration für etwas mehr als einen Liter Liquid. Das Basisliquid kostet je nach Nikotinkonzentration etwa 5-10€ pro 100ml, günstiger wird es bei größeren Mengen (die etwa bei Avoria erhältlich sind). Aufpassen, dass man Aroma- und Liquidflaschen nicht vertauscht, Aroma darf auf keinen Fall pur gedampft werden!
Die Basisliquids hingegen lassen sich auch ohne Aroma dampfen, ist ein VG (Glyzerin)-Anteil enthalten, schmeckt das Basisliquid leicht süßlich.

Je nach angegebener Konzentrationempfehlung (meist etwa 4-6% Aroma pro Mischung) lautet die Faustregel: 10-20 Tropfen aus der Tröpfelflasche auf 10ml Liquid, dann gut durchschütteln und etwas warten. Wie immer lohnt es sich, erstmal sanft einzusteigen und den Aromaanteil bei Bedarf zu erhöhen. Selbstgemischtes Liquid braucht bisweilen ein paar Tage, bis sich der Geschmack optimal entfaltet, daher nicht gleich noch mehr Aroma hinterherkippen, sondern 2-3 Tage warten. Sollte der Geschmack dann immer noch als zu leicht empfunden werden, einfach noch ein paar Tropfen dazu geben.

Beim Selbermischen sollte auch auf Sauberkeit geachtet werden und nur saubere und hin und wieder heiß ausgewaschene Fläschchen und Behälter benutzt werden. Der Behälter mit dem Basisliquid sollte immer gut verschlossen und kühl im Dunkeln stehen. Um das Bakterienwachstum im Liquid nicht unnötig zu befördern, lohnt es sich, fertige Mischungen von etwa 30-100ml ebenfalls dunkel und kühl aufzubewahren und sich für den täglichen Gebrauch und unterwegs immer wieder kleinere (10ml) Fläschchen abzufüllen. Diese können dann auch mal etwas wärmer oder häufig auf und zu geschraubt werden, das Liquid wird schnell verbraucht und die Fläschchen können zwischendurch heiß ausgewaschen werden.

The Art of Mixing

Manche machen aus dem Liquidmischen eine regelrechte Kunstform – schließlich kann man unterschiedliche Aromen in unterschiedlichen Konzentrationen zusammenmischen und ganz eigene Geschmackserlebnisse kreieren. Hier eine Rezeptesammlung.
Wenn man auf der Suche nach dem ultimativen Aroma ist, lohnt es sich, genau zu notieren, welche Konzentrationen und Basisliquids jeweils verwendet wurden und wie lange das Liquid bis zur Verkostung “gereift” hat (die Aromen verändern sich im Zusammenspiel und nach einer Weile bisweilen stark). Faustregeln beim Mischen greifen hier natürlich nicht mehr, daher lohnt sich die Anschaffung einer Messpipette oder Feinwaage.

Auch wenn man – ohne große Ambitionen – mehrere verschiedene Aromen im Einsatz hat, lohnt es sich, von Anfang an konsequent alle Fläschchen mit Aromasorte, Tropfenmenge und Nikotingehalt zu beschriften. Hat man die optimale Mischung gefunden, lohnt es sich, auch diese für die Zukunft zu notieren.

Liquidsorten

Alle Liquids bestehen aus den gleichen Grundbestandteilen (Propylenglykol, planzliches/vegetable Glyzerin und ggf.  Wasser), die in unterschiedlichen Bestandteilen das Gefühl im Hals sowie die Stärke des Aromas verändern können.

Ich nutze immer die Traditional Base mit 55% PG, 35% VG und 10% Wasser und finde die Geschmacks- und Dampfentwicklung sowie den Liquiddurchfluss dabei optimal. Es gibt andere Verhältnisse schon fertig gemischt zu kaufen, auch die Grundbestandteile lassen sich einzeln erwerben und selbst zusammenmischen – insbesondere, wenn hoch dosiertes Nikotin im Spiel ist, sollte die Herstellung unter sauberen und sicheren Bedingungen sichergestellt werden.

Liquids mit mehr PG (ab 80% und mehr) sorgen für ein stärkeres Gefühl im Hals beim Inhalieren (“Throat Hit”) und intensivere Aromen, sie werden bisweilen unter Bezeichnungen wie “Ice” oder “Flavour” angeboten. Mehr VG (ab 60% und mehr) sorgt für wattigeren, sanften Dampf mit zurückhaltendem Aroma, Bezeichnungen lauten manchmal “Smooth” oder “Velvet”. Jedes Gerät kann mit PG-lastigem Liquid betrieben werden, bei hohem VG-Anteil sollte geprüft werden, ob das Gerät den Liquidnachfluss für diese etwas dickflüssigere Trägerflüssigkeit gewährleisten kann.

Sind Liquids gesundheitsschädlich?

Die Inhaltsstoffe Propylenglykol (auch: 1,2-Propandiol, Propandiol) und Glycerin gelten als gesundheitlich unbedenklich und sind seit Langem als Zusätze für Lebensmittel und Kosmetika zugelassen (genaue Spezifikationen hier: Propylenglykol, Glycerin ). Propylenglykol wird auch für die Herstellung von Theater/Diskonebel eingesetzt. Es gbt bekannte Allergien gegen Propylenglykol, sollte man davon betroffen sein, müsste man das bereits im Partynebel bemerkt haben – durch tränende Augen, Hautreizungen und -rötungen sowie starken Juckreiz und Atembeschwerden. Wer von einer PG-Allergie betroffen ist, kann es mit Liquids auf VG-Basis versuchen. Unabhängig von Allergien gibt es Berichte von Atemwegsreizungen, trockenen Augen und chronischem Hustenreiz bei Berufsgruppen, die häufig und dauerhaft dem Dampf aus Nebelmaschinen ausgesetzt sind. Es ist aber davon auszugehen, dass hierzu viel höhere Belastungen als beim durchschnittlichen E-Zigaretten-Dampfen nötig sind. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Wieviel Liquid brauche ich am Tag?

Wieviel Liquid am Tag verbraucht wird, hängt von den persönlichen Vorlieben und den benutzten Geräten ab. Bei einer ganztägigen Benutzung etwa alle 1-2 Stunden bei einem mittleren Gerät ist von einem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 3-4 ml Liquid am Tag auszugehen. Große Geräte bringen am Tag eher 5-10ml durch. Jeder muss hier seine eigene Risikoeinschätzung vornehmen: um Schleimhäute und Lungengewebe nicht zu sehr auszutrocknen, rate ich zu einer Höchstmenge von etwa 5ml am Tag.

Wie lange ist Liquid haltbar?

Liquids sollten grundsätzlich im Dunkeln gelagert werden und keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Fertig gemischte Liquids und Basen haben mittlerweile meist ein aufgedrucktes Mindesthaltbarkeitsdatum von etwa 1-2 Jahren, dass sich auf die zugesichert gleichbleibende Qualität des Inhalts bei ungeöffneter Originalverpackung und geeigneten Lagerbedingungen bezieht.
Bei geöffneten Liquids zersetzt sich zunächst das Aroma. Durchschnittswerte liegen bei der unbeeinträchtigten Haltbarkeit der Aromen von etwa einem halben Jahr, dann schwindet das Aroma oder kann sich verändern. Liquids mit Nikotingehalt verfärben sich unter Licht- und Wärmeeinfluss etwas ins gelblich-bräunliche, die Qualität des Liquids wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.
In Propylenglykol (PG) können sich Bakterien nicht vermehren, in Glyzerin (VG) hingegen schon, beide Flüssigkeiten ziehen zudem Wasser an und können bei Luftkontakt verwässern. Geöffnete Liquids sollten daher nach Gebrauch immer gut verschlossen werden, von Bakterien und Pilzsporen fern gehalten werden (nicht mit den Händen die Tröpfler berühren) und im Dunkeln bei maximal 20 Grad aufbewahrt werden. Die Lagerung im Kühlschrank vermindert mögliches Bakterienwachstum zusätzlich. Beim Selbstmischen ist besonders auf hygienische Bedingungen zu achten, größere angemischte Mengen sollten immer kühl und dunkel gelagert werden und benutzte Pipetten und Mischwerkzeuge nicht in große Vorratsbehälter gesteckt werden.
Sollten sich Trübungen oder Klümpchen im Liquid bilden, sollte das Liquid im Hausmüll entsorgt werden. Es gibt noch keine gesicherten Studien zur längstmöglichen Haltbarkeit von Liquid, unter guten und sauberen Lagerbedingungen ist auch für Vorsichtige von ca. einem Jahr auszugehen.