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Die E-Zigarette in den Medien

Über Nutzen und Gefährlichkeit der E-Zigarette wird viel und mit den üblichen Apokalypse-Schlagzeilen gestritten – E-Zigaretten können explodieren, sind am Ende noch gefährlicher als Tabakzigaretten und animieren Kinder zum Rauchen. Es werden zwar reichlich Studien gemacht, bei der Vielzahl von Studiendesigns, Geräten und möglichen Liquid-Zusammenstellungen ist es aber (noch) nicht möglich, eindeutige Aussagen zu verschiedenen Gefahrenpotentialen zu machen.

In Deutschland lehnen die staatlichen Gesundheitsorganisationen BZgA und DKFZ den Einsatz von E-Zigaretten ab, in Großbritannien befürwortet die staatliche Public Health England den Einsatz von E-Zigaretten. Jeder muss letztlich seine eigene Risikoeinschätzung vornehmen.

Fest steht:

  • Saubere Luft zu atmen ist in jedem Fall die bessere Alternative, als gewohnheitsmäßig Substanzen jegwelcher Art zu inhalieren.
  • Wer E-Zigaretten neben dem Tabakrauchen nutzt, tut sich gesundheitlich keinen Gefallen, macht tendenziell weniger Inhalationspausen (etwa an Orten, an denen das Rauchen untersagt ist) und nimmt nur noch mehr Nikotin auf, als ohnehin.
  • Die Nikotinsucht bleibt beim Dampfen von Nikotin bestehen, auch das “Rauchritual” wird so weiter geführt. Auch das Dampfen muss man sich abgewöhnen, wenn man darauf verzichten will.
  • Kinder und Nichtraucher sollten an E-Zigaretten nicht das Rauchen “üben”. Dampfer sollten sich ebenso wie Raucher Gedanken über ihren Einfluss auf das Verhalten von Kindern Gedanken machen.
  • Beim Verbrennen von Liquid und Watte (das äußert sich in kokelig-verbranntem Geschmack) können Formaldehyd und andere schädliche Verbrennungsstoffe entstehen. Verbrannt schmeckender Dampf sollte nicht eingeatmet werden. E-Zigaretten sollten nicht zu heiß befeuert werden, regelmäßig gereinigt und die Coils regelmäßigt gewechselt werden, um vertrocknete Liquidrückstände zu entfernen, die verbrennen können.
  • Lithium-Ionen-Akkus, die in den meisten E-Zigaretten eingebaut sind, können explodieren. Das tun sie auch in Notebooks und Handys; bei Beschädigung, zu hohem Druck oder hohen Temperaturen.
  • Verdampfer, die mit zu hoher Leistung betrieben werden, können ebenfalls explodieren. Wurde der Verdampfer einzeln gekauft, auf jeden Fall darauf achten, dass die Batterie dazu kompatibel oder die richtige Leistung eingestellt ist (Maximalwerte stehen auf dem Verdampfer).
  • Die Herstellung von Geräten und Liquids wird seit Mai 2016 von der EU reguliert, vorher hergestellte Produkte dürfen noch bis Mai 2017 abverkauft werden. Wer das Risiko von Schadstoffbelastungen in Liquids minimieren will, sollte auf in Europa oder Deutschland hergestellte Produkte zurückgreifen.
  • Im Moment sind noch viele Aromastoffe im Einsatz, die nur als Lebensmittelaromen getestet wurden, aber nicht auf ihre Auswirkungen bei der Inhalation. Wer dieses Risiko minimieren will, kann auf aromafreies Basisliquid zurückgreifen.
  • “Risiken können nicht ausgeschlossen werden” – Dieser Satz gilt wohl immer, auch wenn er unter Überschriften wie “Todesfalle E-Zigarette” zu finden ist.

Ebenso fest steht:

  • Rauchen ist tödlich. Erwiesenermaßen. Ein gesicherter Nachweis, ob und inwieweit das Dampfen gesundheitsschädlich ist, steht noch aus.
  • Passivrauch ist erwiesenermaßen gesundheitsschädlich. Beim “Passivdampf” können zwar “Risiken nicht ausgeschlossen werden”, es werden jedoch bei ordnungsgemäßem Gebrauch keine Verbrennungspartikel freigesetzt, es entsteht kein unangenehmer Geruch und keine Asche.
  • Wer mit dem Rauchen aufhören will, sollte unterstützt werden und sich Hilfsmittel dazu frei aussuchen können.

Eine ausführliche Darstellung der Geschichte, Risiken und Vorteile der E-Zigarette gibt es auch hier auf dem Blog: Deine Gesundheit.

Zeitungsartikel

Anbei ein paar Links auf gut fundierte Artikel, die sich mit ein bisschen Suchen unter dem ganzen medialen Geschrei auch finden lassen. Allen voran hätte ich gern den herrlich bissigen Kommentar aus dem SPIEGEL 19/2016 unter dem Titel “Vernarrt ins Restrisiko” (das bekanntlich nicht ausgeschlossen werden kann) gestellt – der kurze Kommentar ist jedoch nur nach Bezahlung einsehbar.

Hier sind einige Untersuchungen zusammengestellt:

Eine Besprechung der britischen Studie “Nicotine without smoke—putting electronic cigarettes in context”  zur Gefahr von E-Zigaretten gemessen an der Gefahr des Tabakrauchens.

Eine Besprechung der Cochrane Studie “Electronic cigarettes for smoking cessation” zum Rauchstopp mit E-Zigaretten.

Verführt das Dampfen Kinder und Jugendliche zum Rauchen? Die Anzeichen dafür sind eher dürftig.

Blogs und Foren

“Zwischen und hinter den Zeilen – der Tabak, Pharma und Gesundheitslobby”  – Ein hervorragend recherchierter Blog mit vielen Hintergrundinfos, Fakten, Studien und gut durchdachten Einschätzungen zum Dampfen.

Dampfertreff – Ein großartiges Forum mit Einschätzungen und Erfahrungsberichten von vielen aktiven Dampfern.