Probleme & Lösungen

Kleine Probleme und ihre Lösung

Bis man die E-Zigarette mal im Griff hat, braucht es ein bisschen Übung. Dabei kann auch mal ein bisschen was schief gehen – manche Geräte stellen sich einfach als zickig heraus, eventuell hat man sogar von vornherein ein beschädigtes Produkt erwischt. In vielen Fällen macht man aber ganz unbemerkt einen der typischen Einsteigerfehler, und dafür gibts zum Glück Abhilfe.

Grundlegendes zum Betrieb

Generell müssen E-Zigaretten wie alle elektrischen Geräte mit einer gewissen Sorgfalt behandelt werden, sollten nicht gebogen, starkem Druck  oder großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden (in der Sonne liegen). Geht erstmal gar nichts, sollte der Akku auf seinen Ladestand geprüft und gecheckt werden, ob die Tastensperre des Geräts aktiviert ist: die meisten Geräte lassen sich durch 5x Drücken auf den Heizknopf sperren und entsperren.

Vor der ersten Benutzung muss der Liquidtank befüllt werden. Das Heizelement sollte nach der ersten Inbetriebnahme nie ganz trocken liegen und vor der ersten Benutzung erstmal gründlich Liquid ziehen können, bevor es erhitzt wird. Den Tank also auch nicht ganz leer dampfen, sondern kurz vor Schluss nachfüllen. Beim Befüllen ebenso aufpassen, dass der Tank nicht zu voll gefüllt wird – viele Tanks legen durch seitliche Skalen oder Sichtfenster eine maximale Füllhöhe nahe, die dann doch zu viel ist. Beim Befüllen also immer knapp unter den Maximalmarken aufhören, beim Zusammenschrauben kann das Liquid sonst überlaufen und von oben durch das Heizelement sickern – und auslaufen oder blubbernd im Luftkanal stehen.

Kommt beim Ziehen gar nichts oder entsteht nur etwas Unterdruck im Mund, liegt wahrscheinlich ein Finger auf dem Luftloch. Kurz checken, wo das Luftloch ist, und die Handhaltung dementsprechend anpassen.

Die E-Zigarette sollte regelmäßig gereinigt werden, dafür muss der Verdampfer von der Batterie abgeschraubt werden. Das Mundstück kann auch über den Tag immer wieder mal durchgespült werden. Der Akku darf niemals unter Wasser gehalten werden und nur, falls nötig, mit einem feuchten Tuch abgewischt und gründlich nachgetrocknet werden. Gerade Wasser- oder Liquidtropfen im Gewinde, auf das der Verdampfer aufgeschraubt wird, sollten gründlich entfernt werden. Alle Teile des Verdampfers lassen sich gut mit heißem Wasser reinigen und sollten gründlich trocknen, bevor man sie wieder zusammensetzt. Ich habe schon viele positive Berichte gelesen, das man auch den Coil waschen kann – ich möchte aber eher davon abraten, bislang haben gewaschene Coils bei mir immer schlapp gemacht. Während einer Reinigung können im Betrieb befindliche Coils etwas mit Küchenpapier abgetupft werden und auch mal 5-10 Minuten herumliegen, bevor sie wieder eingesetzt werden. Länger sollten die Coils nicht offen liegen, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Wenn das Gerät geöffnet oder der Coil entfernt wird, sollte man sich merken, wie die Teile zusammengesteckt waren. Dazu am Besten alle Einzelteile in der richtigen Reihenfolge und in der richtigen Richtung auf ein Küchentuch legen, damit man hinterher auch wieder alle Teile in der richtigen Reihenfolge einbaut. Viele Geräte haben kleine Gummidichtungen an den Gewinden, diese müssen beim Zusammenschrauben alle wieder richtig liegen.

Viele Geräte haben zudem eine Tastensperre, die sich durch mehrmaliges (meist 5x) Drücken des Knopfes ein- und ausschalten lässt. Tut sich erstmal gar nichts, lohnt es sich, die Tastensperre zu checken.

Typische Probleme

Für die optimale Dampfentwicklung muss ein gutes Zusammenspiel von Liquidnachfluss in den Verdampferkopf, Heizstärke sowie Zugdauer und -stärke herrschen. Bis man alles zusammen hat, braucht es einfach ein bisschen Übung und Gefühl, für typische Probleme gibt es folgende Lösungen:

Problem 1: verbrannter Geschmack

Wenn das saugfähige Material nicht ausreichend befeuchtet wird oder zu lange beheizt wird, kann das zu einem verbrannten Geschmack führen. Viele ehemalige Raucher sind hierfür recht tolerant, daher gilt es, genau darauf zu achten: Der Dampf der E-Zigarette schmeckt normalerweise sehr mild und gar nicht verbrannt oder nach Rauch, ein “stechendes” oder “brenzliges” Aroma ist ein Hinweis auf eine Fehlfunktion und der entstandene Dampf sollte möglichst nicht eingeatmet werden. Sollte das passieren, gilt es folgendes zu prüfen:

Ist genug Liquid im Tank? Wird die E-Zigarette zum ersten Mal in Betrieb genommen oder ein neuer Verdampferkopf eingesetzt, sollte die E-Zigarette nach der Liquidbefüllung ein wenig ruhen, damit sich das saugfähige Material im Verdampferkopf mit genug Liquid vollsaugen kann. Wird das saugfähige Material zu trocken beheizt, verbrennt es beim Erhitzen und erzeugt einen übelschmeckenden Rauch, der auch gesundheitsschädlich sein kann. Ist zu wenig Liquid im Tank, trocknet der Verdampferkopf ebenfalls aus und kann beim Beheizen verbrennen. Daher immer darauf achten, dass der Verdampferkopf gut mit Liquid befeuchtet wird und regelmäßig überprüfen, ob noch genug Liquid im Tank ist.

Drücke ich zu lange auf den Heizknopf/ist die Leistung des Geräts zu hoch eingestellt? Wenn sich nach kurzen Zügen kein verbrannter Geschmack einstellt, bei längerem oder wiederholten Ziehen aber immer wieder auftritt, wird eventuell zu lang beheizt. Sollte die Zugdauer, bei der noch kein verbrannter Geschmack aufkommt, auf Dauer unbefriedigend bleiben, lohnt es sich, ein stärkeres Gerät auszuprobieren. Bei regelbaren Geräten lässt sich zudem die Leistung niedriger einstellen, eventuell kommt es dann auch nicht mehr zum verbrannten Geschmack.

Das hilft alles nichts! Dann ist wahrscheinlich der Verdampfer kaputt und ein neuer Verdampferkopf muss eingesetzt werden. Ist der Verdampfer erst einmal ordentlich angekokelt, verliert sich der verbrannte Geschmack auch nicht mehr und er muss ausgetauscht werden. Idealerweise wird dabei auch gleich der ganze Verdampfer gereinigt – der kokelige Geschmack geht auch ins Liquid über und versaut bisweilen auch gleich den nächsten Coil. Nach dem Wechsel des Verdampferkopfs darauf achten, dass das Liquid Zeit hat, gut einzuziehen, bis die E-Zigarette wieder benutzt wird. Am Anfang verbraucht man frustrierend viele Coils, das lässt jedoch mit ein bisschen Übung deutlich nach. Wer auf Dauer keine Lust mehr auf den Nachkauf der Verdampferköpfe hat, kann auch auf ein anderes System umsteigen: Selbstwickeln.

Problem 2: “Röcheln” in der Leitung/Liquid im Mund

Wenn der Verdampferkopf das Liquid nicht mehr optimal verdampfen kann, tritt flüssiges Liquid oben aus dem Verdampferkopf und gerät in das Luftröhrchen zum Mundstück. Das führt zu einem blubbernden oder röchelndem Geräusch. Hier kann ebenfalls der Verdampferkopf kaputt sein. Wahrscheinlicher ist jedoch, das zu fest an der E-Zigarette gezogen wurde (hier gibts Tipps zur richtigen Zugtechnik). Wird zu stark gesaugt, können sogar Liquidtropfen in den Mund gelangen. Das ist (für erwachsene Raucher) nicht gefährlich, das Liquid sollte dennoch ausgespuckt und mit Wasser nachgespült werden.  Zur Reinigung kann die zusammengerollte Ecke eines Taschen- oder Kosmetiktuchs in das Luftröhrchen geschoben werden, um das Liquid aufzusaugen (dazu, falls möglich, das Mundstück abziehen und kurz unter fließendem Wasser durchspülen und abtrocknen). Ist das Luftröhrchen und Mundstück wieder frei von Liquid, nochmal sanfter ziehen. Ausserdem beim nächsten Befüllen darauf achten, dass der Tank nicht zu voll gemacht wird. Wird es auf Dauer nicht besser, muss ein neuer Verdampferkopf her.

Problem 3: Liquid läuft aus

Meist bekommt man gar nicht so richtig mit, wo es herkommt, und hat schon die Hände voll mit klebrigem Liquid. Bei richtiger Handhabung sind die meisten Geräte dicht, meist beruht das Auslaufen auf einem fehlenden oder nicht richtig sitzendem Dichtungsring, einem Fehler beim Zusammenschrauben oder einer Überfüllung des Tanks. Tritt nur ganz wenig Liquid aus dem Luftloch aus, lohnt es sich zu probieren, ob man das Liquid durchpusten kann: dazu ein Taschen- oder Kosmetiktuch um die Luftöffnung legen und sanft bis mittelstark in den Verdampfer hineinblasen. Das Liquid kommt dann aus dem Luftloch heraus und kann abgewischt werden, mit einem leicht angefeuchtetem Tuch nachwischen, dann verschwindet auch die Klebrigkeit. Wenn das Problem weiterhin besteht oder das Liquid von unbestimmbarer Stelle kommt, den Verdampfer auseinanderschrauben und an den Gewinden checken, ob alle Dichtungsringe am unteren Ende des Gewindes sitzen und nicht in sich verdreht sind.
Im schlimmsten Fall den Verdampfer auseinanderbauen, das restliche Liquid im Tank mit Küchentüchern auffangen und entsorgen, alles reinigen und nach dem Trocknen in Ruhe wieder zusammenschrauben, bevor neu befüllt wird. Nach einem Auslaufen unbedingt checken, ob Liquid in das Gewinde zwischen dem Verdampfer und die Batterie gelaufen ist und gründlich die Hände und alle Oberflächen waschen, die mit Liquid in Berührung gekommen sind.

Problem 4: Geschmack lässt nach

Bis vor kurzem hat das Dampfen noch richtig gut geschmeckt, langsam lässt der Geschmack aber drastisch nach und Dampf kommt auch nicht mehr viel – obwohl sich die Geschmackswahrnehmung nach einer Weile mit dem gleichen Liquid sehr stark ändern kann (einen Geruch, den man den ganzen Tag um sich hat, nimmt man auch nicht mehr gut wahr), lässt das Heizelement nach einer durchnittlichen Nutzungsdauer von etwa 4 Wochen deutlich nach. Das äußert sich in verminderter Dampfleistung und einem faden Geschmack, wechselt man zudem häufiger die Geschmacksrichtung, können sich hier höchst undefinierbare Mischungen ergeben. Nachdem man den Prozess sehr schleichend erlebt hat, sind viele verwundert, was ein neuer Coil hier bewirken kann 🙂

Immer mit der Ruhe…

An der E-Zigarette zeigen sich recht verschiedene Gemüter – der Bastler hat Spaß an der Problemlösung und bastelt freudig, bis alles wieder passt, Ungeduldigere möchten zwischendurch vielleicht auch mal alles an die Wand pfeffern (vor allem, wenn auch noch der Nikotinschmacht im Nacken sitzt). Daher sollte man sich vor allem am Anfang etwas Zeit und Geduld nehmen, bis die E-Zigarette richtig läuft. Raucher, die umsteigen möchten, sollten sich nicht unter Druck setzen und gegebenfalls noch so lange Rauchen, bis der Betrieb und die Reinigung der E-Zigarette ganz selbstverständlich ablaufen. Wenn man gerade vor einem liquidklebrigen Puzzle sitzt, glaubt man das vielleicht nicht, aber die Nutzung spielt sich schnell recht lässig ein. Im Zweifel hilft immer das Pendant zum “Runterfahren und Neustarten” – alles auseinanderbauen, reinigen und in Ruhe wieder zusammensetzen, dann läufts meistens wieder.